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Startseite Therapie im POSTHOF Konzept kurz & bündig
Selbstverständnis, Arbeitsansatz, Ziele PDF Drucken E-Mail

Selbstverständnis

Der Posthof ist eingebunden in das Jugendhilfenetzwerk Nord-Ost der NGD in Rendsburg und versteht sich als ein Teil des Suchthilfesystems in Schleswig-Holstein. Den Besonderheiten der Lebensphase JUGEND Rechnung tragend, agiert der POSTHOF an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Suchtkrankenhilfe. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Drogen- und Sucht­beratungsstellen, mit Jugend- und Gesundheitsämtern, Landeskrankenhäusern, Fachkliniken und Nachsorge-/ Übergangseinrichtungen sowie Gerichten und Justizvollzugsanstalten. Die Mitarbeit im "Arbeitskreis Illegale Drogen" und anderen fachlichen Gremien trägt zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch bei.   

 

Bild unten:
Schöne Tradition - der Absolventenhain, erfolgreiche Absolventen pflanzen nach 10 Monaten IHREN Obstbaum.

absolventenhain.jpgZielgruppen:
Problematisch konsumierende Jugendliche von 14 bis 18 Jahren (in Ausnahmen bis 20 Jahre), für die eine vollstationäre Rehabilitation sinnvoll ist. Eine vorhergehende Entgiftung ist Voraussetzung. Aufgenommen werden auch straffällig gewordene junge Suchtkranke. Der POSTHOF ist nach §35/36 BtmG anerkannt.

 

Ziele:

  • Aufbau und Festigung von Veränderungsmotivation
  • Aufarbeiten der Ursachen des problematischen Konsums
  • Entwicklung und Ausbildung von Identität ermöglichen.
  • Erlernen und Erproben neuer Belastungsbewältigungsstrategien mit dem Ziel Erweiterung der Handlungsoptionen der Jugendlichen.
  • Berufliche, schulische und persönliche Ziele erarbeiten und umsetzen.


Angebot:
Der POSTHOF bietet 14 Plätze für problematisch konsumierende Jugendliche und junge Erwachsene, die BewohnerInnen leben in zwei Häusern. Das Therapieprogramm dauert 10 Monate und gliedert sich entsprechend der initiierten Veränderungs- und Reifungsprozesse in vier Stufen, die jedoch keine statischen, abgeschlossenen Entwicklungsstadien darstellen, sondern je nach subjektiver Bedarfslage variabel genutzt werden können:

 

-          Orientierungsstufe (1 Monat ab Aufnahme)

-     Stufe 1:  (nach einem Monat)

-          Stufe 2:  (auf Antrag ab 4 bis 7 Monaten)

-      Stufe 3:  (auf Antrag ab 7 Monate bis Entlassung bzw.Übergang in Nachsorge)

 

Die "Arbeit an sich selbst" beginnt mit der Formulierung individueller Therapieziele, deren Bearbeitung im Rahmen vereinbarter Schritte erfolgt. Eine Diplomsozialpädagogin (System. Therapeutin i.A.), eine Sozialpädagogin (BA), ein Sozialpädagoge i.A. (BA), eine Ergotherapeutin, drei Erzieher/-innen, eine weitere Ergotherapeutin i.A., eine Heilerziehungspflegerin und zwei externe Lehrer bilden das Basisteam. Ergänzt wird das Team durch einen verantwortlichen Arzt (Kinder- und Jugendpsychiater) und einen Diplompsychologen. Das Basisteam leistet unter anderem ein ständiges Beziehungsangebot, Bildungsarbeit, Freizeitpädagogik, pädagogische Gruppen, Sporttherapie und  Begleitung beim Artbeitstraining. Ergotherapie vervollständigt das Angebot. Arzt und Psychologe bieten qualifizierte verhaltens- und psychotherapeutische Angebote zur Veränderung.

 

 

Arbeitsansatz:

Die Entwicklung von Substanzmißbrauch und -abhängigkeit basiert auf dem Zusammenwirken einer Vielzahl von Einflussfaktoren (Persönlichkeit, soziale Kompetenz, physischer und psychischer Status, wirtschaftliche Verhältnisse, soziales Umfeld, Lebens- und Familiengeschichte). Sting und Blum sprechen deshalb von einer Trias der Suchtursachen (Quelle: Sting/Blum 2003, S. 35).    


trias.jpg

Nach unserer Auffassung berücksichtigt ein einseitig begründetes Therapieangebot zu wenig die Besonderheiten der Lebensphase JUGEND. Unser integratives Konzept soll medizinisch / therapeutisches Wissen z.B. aus der Suchtforschung mit sozialisationstheoretischen Erkenntnissen der Jugendforschung verknüpfen und so die Voraussetzung bieten, dass praktikable Rahmenbedingungen  für eine gelingende Therapie entwickelt werden können.  Orientierung erhalten wir hierbei durch das handlungstheoretische Belastungs- Bewältigungsmodell von Hurrelmann und den systemisch-entwicklungsorientierten Therapieansatz, wie er u.a. von Virginia Satir beschrieben wurde.  Der systemisch-entwicklungsorientierte Therapieansatz stellt das übergeordnete Konzept dar, in das sich die einzelnen arbeitstherapeutischen, psychotherapeutischen und sozialtherapeutischen Methoden einordnen.

 

Zugang zu den Jugendlichen ermöglichen u.a. ein fundiertes theoretisches Wissen der MitarbeiterInnen über Substanzkonsum im Kontext von Entwicklungsaufgaben, über identitätspsychologische Grundannahmen und über Copingprozesse und natürlich auch ein versierter Umgang mit geeigneten Methoden, wie  z.B. Motivational Interviewing (Miller und Rollnick 1991, 99).  Für den Umgang mit den Jugendlichen gelten folgende Grundprinzipien: 

 

  • Akzeptanz und Empathie (fördert positive Selbstwertgefühl des Klienten), damit sind Akzeptanz und Empathie entscheidende Wirkfaktoren für Veränderungsprozesse.
  • Aktives daraufhin Wirken der Therapeuten / Pädagogen, dass Diskrepanzen zwischen tatsächlichen und gewünschten Lebensstil herausgearbeitet werden (daraus entsteht Motivation zur Verhaltensänderung)
  • Widerstand wird nicht als Problemverhalten des Jugendlichen gedeutet, sondern als Herausforderung für die Therapeuten/Pädagogen verstanden, auch als Zieldefinition genutzt.

 

In der Therapie geht es darum, das Selbstwertgefühl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihre Selbstwirksamkeitserwartungen zu stärken